Instagram Fake oder Real?

Ist Instagram wirklich genau das, wonach es aussieht?

IMG_0918Die Fassaden von Instagram, wir kennen sie alle. Man stoßt auf einen schönen Feed von einer Bloggerin mit über 100K Abonnenten und denkt sich „wow, sie führt so ein tolles Leben, alles so clean, weiß und rosa. Ich wäre so gerne wie sie“ …
Sei ehrlich, du hast schon mal so gedacht. Man sieht ein Foto, lässt sich im besten Fall davon inspirieren und produziert vielleicht ein ähnliches. Aber in den meisten Fällen ist es doch so: Man schaut sich das Bild an, überlegt, wie man selber so etwas darstellen könnte, gibt aber schon bei dem Gedanken daran auf, weil man sich erst gar nicht die Mühe macht. Oder man hat keine Zeit, nicht die nötigen Kapazitäten oder es fehlt die Motivation. Und daran scheitert es schon.

 Aber was steckt hinter so einem inspirierendem Bild einer solchen Bloggerin?

Oben siehst du mich, meinst du ich stehe einfach so vor diesem Schloss und schauen genau so nach oben? Andere Menschen gehen an dem Schloss vorbei, schauen es sich kurz an und fotografieren es ggf. noch. Aber ich bin extra für dieses Foto zu diesem Schloss gefahren, habe eine Stunde Fahrt auf mich genommen, habe mir vorher Gedanken gemacht, was ich anziehen könnte, welche Accessoires ich trage und wie ich mir ein Foto vor diesem Schloss vorstellen könnte. Ich habe mir genau angeschaut, was auf dem Bild zu sehen sein sollte und ob es dann in meinen Instagram Feed passt. Vor Ort sind dann ca. 300 Fotos entstanden, bis endlich das richtige dabei war. Vor dem Schloss war eine Treppe, sodass diese Perspektive perfekt möglich war. Mein Freund, der meistens hinter der Kamera steht, gab mir dann Anweisungen: „Eine Stufe runter. Nein, doch eine Stufe hoch. Vielleicht doch zwei Stufen runter… 10cm nach Rechts… Nein zu weit – wieder zurück… Jetzt doch noch eine Stufe hoch. Mach die Hand etwas schöner. Man sieht deine Tasche nicht… Man sieht die Uhr nicht… Und jetzt noch 5cm nach rechts.“ Dann spielte die Sonne nicht mit. Das Licht war schlecht. Kurz 5 Minuten warten, noch mal das selbe Spielchen – links, rechts, 2 Stufen runter, eine hoch und dann, dann war das Foto in der Kiste. Schnell einmal alle Bilder durchschauen und rasch den Mantel wieder anziehen, denn auf dem Bild hatten wir -5 Grad draußen. Sieht ja wärmer aus als es eigentlich war – wie immer. Sonst wäre es ja nicht Instagram like.

Und das ist das #Bloggerlife

Aber um mehr Material zu produzieren mussten wir sofort an den nächsten Spot fahren. Natürlich habe ich mir vorher auch wieder Gedanken gemacht, wo wir als nächstes shooten und was ich anziehe. Mein Feed ist rosa aufgebaut, als müssen immer Rosa Klamotten her oder zumindest rosa Accessoires. Ich hatte ein zweites Outfit im Auto. Ich mache das Navi an, mein Freund fährt los, ich ziehe mich auf dem Beifahrer Sitz einfach um. Ja, es ist vielleicht beim ersten mal ein sehr komisches Gefühl. Ich habe mich auch schon gefragt, ob das überhaupt erlaubt ist, sich in der „Öffentlichkeit“ umzuziehen… Aber ja, man muss dies auch in Kauf nehmen und in der Regel sieht es auch niemand.

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So, zweiter Spot ist erreicht

Leider hatten wir bei diesem Spot nicht das Glück, das kaum Menschen da waren. Weshalb ständig Menschen vorbei huschten und wir das Shooting immer pausieren mussten. Das ist ja grundsätzlich nicht schlimmer, eher normal. Aber die Blicke von den Menschen. Egal ob jung oder alt. Alle schauen sie dich schockiert an, wieso lässt sie sich da fotografieren? Wieso posiert sie die ganze Zeit? Wieso bekommt sie die ganze Zeit Anweisungen? Ja, auf diese Blicke muss man vorbereitet sein. Mein Tipp: Beachte die Menschen überhaupt nicht. Sie sehen dich in der Regel einmal im Leben, bzw. merken sich dein Gesicht nicht. Also steh da einfach drüber. Denk dir, das sie interessiert schauen und sehen wollen was du da gerade machst. Und ganz wichtig, nicht aufhören, einfach weiter machen. Die Menschen werden nicht stehen bleiben und weiter schauen. Also zieh dein Ding durch. Das gehört dazu.

Nach gefühlten 500 Fotos und verschiedenen Posen, ist das perfekte Bild dann entstanden.

Dann ist Feierabend. Meistens gehen wir noch etwas essen und bummeln oder was man sonst so macht. Schließlich fährt man nicht ganz umsonst irgendwohin, nur um Fotos zu machen – naja manchmal schon wenn ich ehrlich bin. 😄

Die Bildbearbeitung.

So wie die Bilder dann letztendlich gepostet werden, wurden sie nicht geshootet. Das ist leider die bearbeitete Realität. Manchmal war das Bein im falschen Winkel und sieht etwas dick aus – da hilft man sich schon mal aus. Die Helligkeit muss hochgestellt werden, die Farben müssen kräftiger gemacht werden, Highlights werden gesetzt. Pickel muss man auch weg bearbeiten – auch wir Blogger sind nur Menschen und haben keine makellose Haut (auch wenn es immer so aussieht). Es müssen Details hervor gesetzt werden und die Haut muss etwas geglättet werden. Der Hintergrund ist meistens dann zu dunkel oder zu grau. Dieser muss dann aufgehellt werden bzw. schön weiß gemacht werden. Wenn der Himmel auf dem Bild zusehen ist, dann setzt man schon mal eine Sonne ins Bild oder bearbeitet den Himmel leicht rosa. Und zum Schluss wird noch der immer verwendete Filter über das Bild gelegt. Ich persönlich mache dann immer noch einen weißen Rahmen um meine Bilder, weil ich meinen Feed so etwas schöner finde. Aber das macht niemand, so wie ich das beobachten konnte. Sprich kannst du diesen Schritt dann weglassen.  Und fertig ist das bearbeitete Foto. Nun kann es gepostet werden.

Hier kannst du noch mal die unbearbeiteten Bilder sehen… Was die Bearbeitung alles ausmacht, nicht wahr?

Nun kann das Bild hochgeladen werden.

Zuerst überlege ich hier, welches Bild ich als erstes hochlade. In dem Fall habe ich das Bild an dem Schloss genommen, da die Uhr, die ich trage, eine Kooperation war und ich der Firma dieses Bild noch zur Verfügung stellen wollte. Hier überlege ich immer, was ich in die Bildbeschreibung schreibe. In den meisten Fällen schreibe ich nichts zum Bild, sondern einfach das, was mit gerade in den Sinn kommt. Wichtig finde ich, das ich meine Abonnenten immer begrüße. Dann frage ich sie meistens, ob es Ihnen gut geht, ob sie ihren Feierabend geniessen oder was am Wochenende ansteht. So baut man eine Bindung zu ihnen auf und bleibt selber immer auf dem neusten Stand. Mich interessiert es sehr, was meine Abonnenten machen und ob es ihnen gut geht. Dann schreibe ich meistens aktuelles aus meinem Leben. Ob ich gerade einen Urlaub gebucht habe, oder was ich in meinem Feierabend mache, welches Shooting als nächstes ansteht oder was am Wochenende geplant ist. Wenn ich ein Produkt aus einer Kooperation poste, beziehe ich mich natürlich auf das Produkt – aber hierzu würde ich einen separaten Post verfassen, weil hier muss man einiges beachten.

Verlinkung Feature Accounts.

Wenn die Bildbeschreibung feststeht und die entsprechen Hashtags gesetzt sind, verlinken ich immer noch ca. 20 Profile auf meinem Bild. Z.B. verlinke ich UGG, weil ich UGG Boots auf dem Bild trage. Aber dann kommen rechts an den Bildrand Feature Seiten. Dies können unter anderem „Americanstyle“ oder „Blondesandcookies“ sein. Aber es gibt unzählige Inspo Seiten, Fashion Accounts und Goal Accounts, die Bilder teilen. Es ist nie verkehrt, wenn man alle möglichen Seiten verlinkt, die in dein Schema passen, denn wenn ihnen dein Bild gefällt, teilen sie es ggf. bei sich, und verlinken dich. Dies würde dir einen riesigen push verleihen. Hier muss ich ehrlich sein, leider habe ich dies auch noch nicht soweit geschafft, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und verlinke fleißig weiter. Vielleicht ist ja eines Tages das perfekte Bild dabei.

Und nun wird hochgeladen.

Wenn alles sitzt, lade ich das Bild nun endlich hoch. Man könnte natürlich noch den Ort verlinken, das kommt aber drauf an, wo ihr das Bild aufgenommen habt. Wenn ich in Köln, Düsseldorf oder Frankfurt shoote, dann verlinke ich den Ort natürlich. Aber wenn ich in dem Ort wo ich tatsächlich wohne ein Bild aufgenommen habe, dann verlinken ich ihn natürlich nicht. Ich glaube das versteht sich von selbst.

Uhrzeit?

Habt du schon mal drüber nachgedacht, WANN du dein Bild hochlädst? Es gibt tatsächlich Zeiten, an die man sich halten sollte, wenn man möglichst viele Menschen erreichen möchte. Hier richtet man sich nach den USA, denn zu folgenden Zeiten, sind einfach die meisten Menschen auf Instagram aktiv. Nachmittags: 15 Uhr, Abends: 18 Uhr und Nachts: 21 Uhr. Wenn du ungefähr um diesen Uhrzeiten postet, kannst du dir sicher sein, das durchschnittlich mehr Menschen dein Bild sehen werden. Vor allem wenn du Hashtags benutzt hast, werden mehr Menschen auf dein Bild klicken. Probier es einfach mal aus.

Und das wars.

Wenn du diese ganzen Schritte in Kauf nehmen möchtest, kannst du sagen, das du Blogger bist. Auf Instagram ist 2018 leider viel gestellt und bearbeitet, nichts ist so wie es scheint. Deshalb musst du auf keine große Bloggerin neidisch sein. Zieh dein Ding durch und werde selber groß, sodass eines Tages eine große Bloggerin über dich denken wird „so möchte ich auch sein“. Sei ein Vorbild für kleinere Accounts und bleib immer du selbst, damit du authentisch rüber kommst. Persönlich finde ich gestellte Bilder viel schöner, als unbearbeitete Bilder, die zu Hause im Keller entstanden sind. Das ist einfach die trockene Realität, welcher man ins Auge schauen muss. Wer erfolg haben möchte, muss faken, bearbeiten und inszenieren. An dieser Stelle möchte ich noch kurz sagen, das mir bewusst ist, das das nicht für jeden etwas ist. Manche schauen sich die Bilder nur gerne an und lassen ein Like und einen Kommentar da. Aber andere haben Spaß beim shooten und produzieren dieser Fotos. Es muss beide Arten von Menschen geben. Dies ist auch gut so.

Ich hoffe, meine kleine #Bloggerlife Story hat dir gefallen und war vielleicht etwas hilfreich. Wenn dich interessieren würde, mit welchen Apps ich meine Bilder bearbeite, dann schreib es gerne in die Kommentare und dann werde ich bald einen Beitrag dazu verfassen.

xx Diana

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14 Gedanken zu “Instagram Fake oder Real?

  1. Hallo, toller Erster Eintrag zu diesem Thema. Vieles ist mehr Schein, aber man sollte immer sich selber Treu bleiben! 😍😍❤️ Bin schon gespannt auf den nächsten Blogbeitrag! Das Thema Bildbearbeitung würd mich auch interessieren 💕

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  2. Wow ich liebe diesen Artikel und die Fotos dir du machst💖😊 . Du bist echt schon so eine Art Vorbild für mich 🎖😀❤ . Ich finde es toll wie professionel du deine Bilder bearbeitest und so 🎀 hdl deine Alibi 💗💕

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  3. Hey liebes 💗 Ich hab dir ja so schon öfter gesagt, dass dein Instagramblog super ist, hier der Blog ist auch echt sehr interessant. Und den Beitrag hier hast du echt gut geschrieben. Das ist alles so wahr. Wir haben erst diesen Samstag so verbracht wie du es beschrieben hast. 😅

    Mach weiter so und bleib wie du bist Maus. 🐭😚

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